Im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus zeigen wir dieses eindrucksvolle Drama des äthiopischen Regisseurs Haile Gerima, das sich mit dem transatlantischen Sklavenhandel und seinen Nachwirkungen auseinandersetzt. Der Film entstand nach über 20 Jahren intensiver Recherche und gilt als Meilenstein des unabhängigen afrikanischen Kinos.

„SANKOFA“
Donnerstag
19. März 2026
18:00 Uhr
Eintritt frei!
Spenden gern gesehen 🙂
Trailer
Der Film
Die Geschichte beginnt in der Gegenwart am Strand von Ghana, wo das afroamerikanische Fotomodell Mona für Modeaufnahmen in der ehemaligen Sklavenfestung Elmina posiert. Dort begegnet sie dem Trommler Sankofa, der die Geister der versklavten Vorfahren beschwört. Wie von einer magischen Kraft angezogen, betritt Mona die Kerkeranlagen des Forts und wird auf eine Zeitreise in die Vergangenheit geschickt.
Sie findet sich als Haussklavin Shola auf einer Zuckerrohrplantage in Jamaika wieder, gefangen zwischen dem weißen Plantagenbesitzer und der schwarzen Mehrheit. Als sich Shola mit den Feldsklaven solidarisiert und sich deren geplantem Aufstand anschließt, gerät sie selbst ins Visier des brutalen Unterdrückungssystems.
Hintergrund und Produktion
Regisseur Haile Gerima, geboren 1946 in Äthiopien, ist Professor für Film an der Howard University in Washington und eine zentrale Figur der L.A. Rebellion-Filmbewegung. Für SANKOFA recherchierte er über zwei Jahrzehnte in zahlreichen Ländern und entdeckte dabei eine kaum bekannte Geschichte des Widerstands: Viele versklavte Menschen fügten sich nicht einfach in ihr Schicksal, sondern organisierten zahlreiche kleine und große Aufstände.
Der Film wurde 1993 in äthiopischer Produktion realisiert und verfolgte einen innovativen Weg der Vermarktung: Gerima vertrieb ihn unabhängig von großen Distributoren durch eine selbstorganisierte Four-Walling-Strategie, die in der afroamerikanischen Filmgeschichte beispiellos erfolgreich war.
Der Film analysiert die Mechanismen der Sklavenwirtschaft und zeigt, wie sich im Untergrund der Widerstand der Schwarzen formierte. Anders als Hollywood-Produktionen stellt SANKOFA die oft unterdrückte Geschichte des Sklavenwiderstands dar und präsentiert die Versklavten als Akteure ihrer eigenen Befreiung. In diesem Widerstand, so die Botschaft des Films, liegen die Wurzeln der heutigen afroamerikanischen Kultur.

Details
- Regie: Haile Gerima
- Erscheinungsjahr: 1993
- Laufzeit: 125 Minuten
- Offizielle Webseite besuchen
Diskussion
Im Anschluss an die Vorstellung haben wir noch Zeit, gemeinsam über den Film zu diskutieren.