Und dann der Regen

Ein spanisches Filmteam dreht in Bolivien einen Film über die koloniale Gewalt der Eroberung Amerikas. Als in Cochabamba ein Aufstand gegen die Privatisierung der Wasserversorgung beginnt, gerät das Projekt in einen Konflikt, der Vergangenheit und Gegenwart miteinander verbindet. Diese Vorführung findet in der Neustädter Kirche statt.

„Und dann der Regen“
Donnerstag
8. Oktober 2026
18:30 Uhr
Neustädter Kirche

Eintritt frei!

Spenden gern gesehen 🙂

Trailer

Der Film

„Und dann der Regen“ ist ein politisches Drama über Kolonialgeschichte, wirtschaftliche Macht und den Kampf um den Zugang zu Wasser. Regisseurin Icíar Bollaín verschränkt die Dreharbeiten zu einem historischen Film mit den sozialen Auseinandersetzungen im bolivianischen Cochabamba.

Der junge spanische Regisseur Sebastián will einen Film drehen, der den Mythos von Christoph Kolumbus als heroischem Entdecker demontiert. Stattdessen soll das Projekt von der Gier nach Gold, vom Sklavenhandel und von der Gewalt erzählen, die die europäische Eroberung für die indigene Bevölkerung bedeutete.

Produzent Costa verlegt die Dreharbeiten nach Bolivien, nicht zuletzt aus Kostengründen. Während das Team die Geschichte der kolonialen Ausbeutung inszeniert, erlebt es vor Ort einen aktuellen Konflikt: Die Wasserversorgung Cochabambas ist an einen multinationalen Konzern verkauft worden. Die Bevölkerung protestiert gegen steigende Preise und den Verlust öffentlicher Kontrolle über ein lebensnotwendiges Gut.

Eine zentrale Rolle spielt Daniel, der als Laiendarsteller den indigenen Widerstandskämpfer Hatuey verkörpert. Außerhalb des Films wird er zu einer führenden Figur des Wasseraufstands. Für Sebastián und Costa wird damit zunehmend unausweichlich, sich zwischen dem eigenen Filmprojekt und konkreter Solidarität zu entscheiden.

„Emotional ungemein packendes Kino mit Köpfchen.“

Zitty

Der Film macht sichtbar, wie koloniale Machtverhältnisse in gegenwärtigen Formen wirtschaftlicher Ausbeutung fortwirken können. Indem er die Eroberung Amerikas, die Arbeitsbedingungen eines europäischen Filmteams und den realen Widerstand gegen Wasserprivatisierung zusammenführt, stellt er auch die Frage, was politische Haltung im Handeln bedeutet.

Details

Diskussion

Im Anschluss an die Vorstellung haben wir noch Zeit, gemeinsam über den Film zu diskutieren.